Neue Milch-Wege gehen

Die Schweizer Landwirtschaft steckt in einem Spannungsfeld: Einerseits hohe Exportabhängigkeit, Preisdruck durch internationale Konkurrenz und Marktmacht im Detailhandel. Andererseits zeigen Modelle wie die Sennerei Splügen, dass es auch anders geht: bäuerlich getragen, regional verankert, weitgehend unabhängig von globalen Krisen und orientiert an Qualität statt an Masse.

Warum betreffen die US-Zölle alle Milchbauern?

Weniger Exporte in die USA führen zu einem Milchüberschuss in der Schweiz. Dieses Überangebot drückt den Marktpreis insgesamt – sei es durch zusätzliche Rohmilch für andere Produkte oder wachsende Lagerbestände. Da der Milchpreis für alle Produzenten auf Basis des Gesamtmarktes gebildet wird, wirkt sich ein Überschuss auf alle aus. Auch Bauern, die nie in die USA liefern, müssen ihre Milch günstiger abgeben, teils als «C-Milch» zu deutlich tieferen Preisen.

Auch im Inland sind die Spielräume der Produzenten klein: Migros und Coop dominieren mit rund 70 Prozent Marktanteil den Milchmarkt und bestimmen weitgehend, zu welchen Konditionen Bauern ihre Produkte verkaufen können. Trotz hoher Konsumentenpreise bleibt den Produzenten oft wenig – die Marktmacht der Detailhändler verstärkt den Preisdruck zusätzlich.

Gleichzeitig schützt die Schweiz ihre Landwirtschaft mit Zöllen und Grenzschutzmassnahmen. Diese sind wichtig, um eine regionale Produktion in einem Hochlohnland wie der Schweiz zu sichern – sorgen aber in Verhandlungen über Freihandelsabkommen immer wieder für Spannungen zwischen den Vertretern der Schweizer Exportindustrie und denjenigen der Landwirtschaft.

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