Körper- und HaarPflege für den wachsamen Verbraucher
03.12.2020

ChouChou

Vor sechs Jahren hat sich Sonntag abends - mitten im Tatort - meine kleine Katze „Foxy“ vor uns hingesetzt und herzerweichend miaut. Sie hatte einen wirren Blick und war total durcheinander. Es war sonnenklar, dass es ihr grottenschlecht ging - von einem Moment auf den anderen. Also nichts wie ab in die Tierklinik.

Meine kleine Foxy war ganz ruhig den ganzen Weg dahin und ich bin so dankbar, dass ich sie die ganze Zeit in meinen Armen halten durfte.
Zum Abschied.
Denn sie kam nicht wieder nach Hause.
Wochenlang habe ich getrauert. Es hatte physische Auswirkungen und tat höllisch weh. Ich habe mir geschworen, dass ich diese Verlustschmerzen ganz sicher nicht mehr durchmachen würde..
Keine Katze mehr.
Nie wieder.
Ein halbes Jahr später frägt uns eine Freundin, ob wir nicht Lust auf eine kleine Mieze hätten, die wohl erst die nächsten Wochen geboren würde.
Nein.
Lieber nicht.
Danke der Nachfrage.
16 Wochen später sind wir die kleine Mieze mit dem viel zu grossen Katzenkörbchen abholen gegangen.
Es war das letzte Kätzchen das noch übrig geblieben war.
Unscheinbar, gelblich-beige.
Mmmmm… habe ich mir so gedacht.
Eine wirklich SCHÖNE Katze wird das wohl nicht werden.
Wollen wir die wirklich haben?!?!?
Zugesagt ist aber zugesagt.
Und kleine Miezen entwickeln sich ja noch.
Sagt man.
Die kleine Katze hat den Namen ChouChou bekommen.
Liebling.
Auf Französisch.
Der kleine Katzen-Liebling.
Es ist nämlich ein Kater.
Und was für einer.
Ein Feger.
Ein Charmeur.
Mit grün-blauen Augen.
Und einem wunderbar seidigen, hellorangen Fell.
Gefitzt und neugierig wie Katzenviecher halt so sind.
Und das ist ihm wohl im 9. Monat seines Lebens auch zum Verhängnis geworden.
3 Tage ist er nicht nach Hause gekommen.
Wir haben überall nach ihm gesucht.
Vergeblich.
Die physischen Verlustschmerzen haben sich bereits angekündigt, als abends das Klacken des Katzentürchens zu hören war.
Welche Erleichterung.
Der Kater ist nach Hause gekommen.
Er konnte sein rechtes Vorderbein nur noch nachschleppen. Hatte einen total verstörten Ausdruck im Gesicht und ist einfach auf dem Wohnzimmerboden zusammengeklappt.
Ab in die Tierklinik.
Mit ChouChou in den Armen.
Ich mach’s kurz: sie wollten ihm das Beinchen amputieren. Sofort.
Ich wollte aber eine klare Erklärung dafür. Diese bekam ich nicht und so habe ich unseren Schnüggel unverrichteter Dinge wieder nach Hause mitgenommen.
Und von da an alles gemacht, um die verletzten Nerven seines Beinchens wieder herzustellen.
Chiropraktiker, Osteopath, Orthese und Akupunktur.
ChouChou war während 1 1/2 Jahren regelmässig und oft mit mir im Auto zu diversen Terminen unterwegs.
Er hat alles klaglos mitgemacht.
Und sein Beinchen hat sich wunderbar entwickelt. Seine Nerven sind alle zurück gekommen.
Bis runter zum Zeh.
Und dann war Schluss.
Und das Bein musste doch ab.
Somit ist Kater heute ein dreibeiniger Kater.
Kugelrund.
Wuschelweich.
Schmusig.
Sehr verfressen.
Und wahnsinnig charmant.
Unser kleiner, oranger Augapfel sozusagen.

Kapitel 2 - folgt