Körper- und HaarPflege für den wachsamen Verbraucher

NaturKosmetik Rohstoffe

Herstellbarkeit & Konservierung

Sie wissen ja: die europäische Verordnung zu "NaturKosmetik" (die Schweiz übernimmt die europäischen Vorgaben meist automatisch, da sonst der Export verunmöglicht würde) hat im Jahre 2014 eine Revision erfahren.

Das Resultat dieser war, dass heute bis zu 60% der Inhaltsstoffe von NaturKosmetik NICHT-natürlichen Ursprungs sein dürfen.

Ja.

Und das Wort "Natur" darf nichtsdestotrotz verwendet werden?

Ja.

Aha.

Warum? Und was haben diese bizarren Rohstoffe eigentlich in Pflegemitteln zu suchen?

Die Antwort fällt relativ praktisch und profan aus: diese Kosmetik-Artikel werden

- in riesigen Mengen in industriellen Reaktoren und Mischern hergestellt und abgefüllt
- d.h. viele Rohstoffe der Rezeptur sind lediglich für die Herstellbarkeit des Produktes zuständig
- die Mischung darf in den grossen Anlagen nicht verklumpen, es darf keine Feuchtigkeit aufgenommen werden; es muss alles rieselfähig und gut mitschbar bleiben etc. etc.
- manche Rohstoffe stinken derart, dass man wiederum andere, besser riechende einsetzt, um den Geruch zu übertünchen
- UND viele Stoffe sind schlicht für die Konservierung verantwortlich.

Nach der Produktion müssen lange logistische Ketten bedient werden. Die Produkte werden möglicherweise weltweit vertrieben und erfahren auf ihrer Reise Zwischen- und Endlagerungen, die Temperatur-Schwankungen ausgesetzt sind, die keinem Produkt gut tun.

Und als letzter Punkt ist die Kalkulation der grossen Produktions-Mengen zu nennen. Wenn ein Rohstoff ein paar Cent weniger kostet aber tonnenweise verarbeitet wird, hat das einen enormen Effekt auf die Preis- und Gewinn-Kalkulation eines Konzerns.

Ich hatte schon unzählige Diskussionen über Rohstoffe mit unterschiedlichsten Leuten (habe ein paar Jahre bei einem Rohstoff-Lieferanten für die Waschmittel-Industrie gearbeitet). Und lustigerweise herrscht meist die Überzeugung, dass die Industrie im Grunde genommen immer dieselben Rohstoffe verwendet.

Dem ist aber mit nichten so. Es gibt RIESIGE Unterschiede bei Rohstoffen.

Es gibt schlechte, gute und sehr gute Rohstoffe die eingesetzt werden können. Das betrifft natürliche aber auch synthetische Rohstoffe.