Körper- und HaarPflege für den wachsamen Verbraucher

Ohne Palmöl arbeiten

Ohne Palmöl
Seit ich mich mit dem Thema "Natur-Kosmetik" beschäftige, habe ich den "Tick" entwickelt alle NaturSeifen unbedingt analysieren zu wollen. Und ich bin immer wieder erstaunt, dass offenbar immer noch das extrem kostengünstige (und deshalb auch breit eingesetzte) Palmöl flächendeckend zu finden ist.

Für meinen Teil habe ich mir zum Ziel gesetzt alternative Rohstoffe in meinen DuschMödeli® einzusetzen. Einerseits aus ökologischen Gründen (warum einen wichtigen Rohstoff aus weit entfernten Regionen einsetzen, wenn ich eine Alternative gleich "um die Ecke" erhalte) aber andererseits auch aus dem einfachen Grund, dass ich keinerlei Kontrolle über die Anbaumethoden oder die Arbeitsbedingungen von grossen Konzernen habe, die ihren Rohstoff unter dem Label "grün" oder "ökologisch" verkaufen.

Vielleicht bin ich diesbezüglich ein wenig allzu kritisch - aber leider ist das sog. "Greenwashing" aus offensichtlichen Marketinggründen bei Grosskonzernen momentan gross angesagt.

Hauptbestandteile meines heutigen Sortimentes ist biologisches Olivenöl aus Apulien.

Hintergund-Infos

Palmöl Plantage am Ende

Warum steht dieses Pflanzenfett eigentlich in der Kritik?

Weil es unter Bedingungen produziert und gehandelt wird die nicht akzeptabel sind. Hier ein kleines Filmchen, um die wichtigsten Punkte kurz aufzuzeigen: youtu.be/mCjH51-gakk

Warum ist der Absatz dieses Fettes in den letzten 50 Jahren explosionsartig gestiegen?

Weil die wahren Kosten gar nicht bezahlt werden.

Grosse Konzerne beherrschen die Herstellung und den Vertrieb dieses immer wichtiger gewordenen Rohstoffes. Grosse Konzerne handeln mit grossen Mengen und haben eine enorme Macht.

Wenn Dinge in grossem Stil hergestellt werden, nimmt die Rücksicht auf die Umgebung/Umwelt im Gegenzug exponentiell ab. Das kann jedenfalls immer wieder beobachtet werden.

Die Menschen, die in Indonesien und Malaysien (und seit ein paar Jahren auch in Brasilien & Afrika) in den Urwaldgebieten leben, haben keine Chance gegen diese Konzerne und ihre rücksichtslosen Anbaumethoden vorzugehen.

Und Tiere und Pflanzen haben überhaupt keine Möglichkeit sich dagegen zu wehren, dass ihr Lebensgrundlage unwiderbringlich zerstört wird.

Wenn Sie einen vertieften Bericht des ORF hierzu sehen möchten: youtu.be/7aVRYafUnA4

Was können wir machen?

Ich als kleiner Fisch im grossen Meer kann nur eines machen: meiner Ueberzeugung folgen und wenn es auch total hoffnungslos erscheint: einfach keine Produkte mehr mit Palmöl kaufen.

Die Geschichte mit den Gurken und dem EHEC-Erreger war für mich ein höchst interessantes Beispiel für die Macht des Konsumenten.

Ist nachhaltiges Palmöl die Alternative Lösung?
Meines Erachtens nicht.

Warum?

Weil alles was in grossem Stil angebaut, produziert und verkauft wird nicht nach "menschlichen" (im positiven Sinne:-) Regeln abläuft.

Da geht es um absolute Kosten- und Nutzeneffizienz - auf allen Stufen.

Und dann stellt sich noch eine andere wichtige Frage: wenn wir regional/überregional Produkte haben, die wir anstatt Palmöl einsetzen könnten, warum schippern wir dann dieses Fett um die halbe Welt?

Und haben wir uns schon gefragt, warum dieses Fett aus extrem weit entfernten Regionen derart kostengünstig hergestellt und angeboten werden kann?


Hier einige Links zu diesem schwierigen und weitläufigen Thema:

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/der_ungestillte_hunger_nach_palmoel_1.7155634.html


http://www.nachhaltigleben.de/32-vorbilder/1073-regenwaldzerstoerung-palmoel-und-orang-utanausrottung-zusammenhaenge

http://www.zeit.de/2010/41/Palmoel-Regenwald