Körper- und HaarPflege für den wachsamen Verbraucher

Destillation

Die erste Frage die immer gestellt wird, wenn ich von meiner Destillations-Anlage spreche ist: aha - kann man damit auch Schnaps brennen?!?!?

Wahrscheinlich kann man das. Aber das interessiert mich wenig, da ich es auf die sekundären Pflanzenwirkstoffe von Wald und Wiese abgesehen habe.

Was passiert eigentlich bei der Destillation?

Die Destillation ermöglicht, dass man alle wasserlöslichen Stoffe aus der Pflanze - mit Hilfe des Wasserdampfes - herausziehen kann. Beim Abkühlen dieses Wasserdampfes erhält man ein sog. "Hydrolat", welches ein Destillat mit allen wasserlöslichen Pflanzenwirkstoffe der jeweiligen Pflanze darstellt.

Und wenn die destillierte Pflanze ätherisches Öl enthält (nicht alle Pflanzen besitzen dieses wertvolle Öl - das eigentlich kein Öl, sondern ein Lösemittel ist), setzt sich dieses oben auf dem abgekühlten Destillat ab.

Das Hydrolat (oder auch Pflanzenwasser) spezifischer Pflanzen ist aufgrund der sog. "sekundären Pflanzenwirkstoffe" toll für die Haut.
Ganz ohne Chemie, mit rein natürlichen Wirkstoffen.

Das war das Ziel meiner Begierde, als ich mir diese Teufelsmaschine zugelegt habe.

 

 

Hydrolat nicht gleich Hydrolat

Das klingt vielleicht ein bisschen abgedroschen, aber nicht jedes Hydrolat ist einem anderen Hydrolat (oder Pflanzenwasser) gleichzusetzen.

Es gibt Hydrolate, die bei der Destillation von ätherischen Ölen anfallen (ich spreche hier von der Destillation von ätherischen Ölen in grossem Stil - nicht in Puppenstuben-Grösse wie bei mir...). In diesem Fall ist das Hydrolat fast als "Abfallprodukt" zu bewerten, da das Ziel der Destillation das ätherische Öl ist - nicht das Pflanzenwasser.

Hydrolate aus diesem Herstellverfahren haben meist einen hohen Wasseranteil, da viel Wasserdampf durch die Destille gejagt wird, um die ätherischen Öle so rasch als möglich zu erhalten.

Es gibt auch Destillerien, die sich vorwiegend auf das Hydrolat konzentrieren und weniger Wasserdampf während der Destillation erzeugen und auch weniger lang den Wasserdampf durch die Maschine laufen lassen. So erhalten sie ein schonend destilliertes Pflanzenwasser (Hydrolat), welches im Gegensatz zu einem "Abfall-Hydrolat" mehr Pflanzenwirkstoffe pro ml enthält.

Jetzt kommt die Gretchenfrage: wie erkennt man als Konsument/Käufer welches Hydrolat welches ist?!?!?

Ah....

Das muss man beim Verkäufer schlicht anfragen. Und darauf vertrauen, dass die Rückantwort auch den wirklichen Gegebenheiten entspricht.

Es gibt aber auch Pflanzenwasser, die gar nicht destilliert worden sind. Da werden die Pflanzen schlicht in destilliertes Wasser gelegt und ein paar Tage "gezogen", so dass die wasserlöslichen Stoffe von den Pflanzen in das Wasser übergehen.

Dieses Wasser enthält sehr viel weniger Pflanzenwirkstoffe als ein mit Wasserdampf erzeugtes Hydrolat, da einige von diesen Wirkstoffen regelrecht aus den Pflanzenzellen "herausgebrochen" werden müssen - und dazu benötigt es eine höhere Temperatur als Zimmertemperatur.
Anders gesagt: ohne Dampf geht das nicht.

Bei diesem Vorgehen kommt noch dazu, dass das Wasser während dem "Auszug" allerlei Bakterien, Pilzsporen und sonstig wunderbares "Getier" anzieht, dass sich in wässrigen Lösungen munter vermehren tut. Und so müssen solche Pflanzenwasser mit Alkohol oder sonstigen Konservierungsstoffen behandelt werden  - und sind trotzdem nur relativ kurz haltbar.

Ein gutes, frisch destilliertes Hydrolat das unter guten, hygienischen Bedingungen hergestellt und abgefüllt worden ist, hält auch ganz ohne Konservierungsstoffe 12 Monate (ohne allzu grosse Temperatur-Schwankungen).

Es gibt aber auch Hydrolate, die weit länger halten.

Ganz ohne Konservierung.

Aber es hängt von der Art der Hestellung, der Pflanze selbst und auch der Abfüllung ab.

Da hat die Puppenstuben-Grösse wie die Meinige einen Vorteil: ich muss keine Riesenmengen herstellen (kann ich auch gar nicht) und so wird alles ganz sorgfältig und hygienisch einwandfrei gehandhabt.

Ich komme also ganz ohne Konservierung aus.

Für die Haut ist das ein Riesenvorteil.